Publikationen

Sie sehen hier eine meiner Arbeitsproben aus dem Bereich Informationstechnik. zurück zur Übersicht

Bild Download PDF Doris Jessen | PR und Corporate Communication

PDF-Download

Perfekt zugeschnitten

ASS.TEC verbindet SAP mit act/cut Software bei Rehm BlechTec GmbH

Erschienen in Blechnet 5/2013, 28.10.2013

Rohmaterial – und sei es auch „nur“ Blech ist teuer, daher sollte die Fertigung mit möglichst geringem Verschnitt auskommen. Um den Verbrauch zu optimieren, verband die Firma Rehm BlechTec GmbH ihre Spezialsoftware für die Blechschneidemaschinen act/cut mit der bei der Rehm Group zentral eingesetzten SAP-Lösung. Die nicht ganz triviale Schnittstelle dafür baute der langjährige SAP-Partner ASS.TEC aus Villingen-Schwenningen.

In Zeiten zunehmender Rohstoffpreise ist jeder Quadratzentimeter Verschnitt zu vermeiden, egal ob es sich um Edelstahl, Aluminium oder einfaches Stahlblech handelt. Das gilt umso mehr, wenn pro Jahr 500 Tonnen Rohmaterial zu glänzenden Produkten verarbeitet werden. „15-20 Prozent Verschnitt ist nicht zu vermeiden, aber wir sind stetig bemüht, den Anteil durch intelligente Fertigungsmethoden zu senken“, erklärt Ernst Lamparter, der bei Rehm Thermal Systems GmbH für die SAP-Systembetreuung verantwortlich ist.

Daher setzt der Blechverarbeiter RBT Rehm BlechTec GmbH mit Sitz in Blaubeuren-Seissen seit Januar 2012 auf seinen Maschinen zur Steuerung des Lagers und des Fertigungszuschnittes die moderne CAM-Software-Suite act/cut ein.

Aber die Fertigung ist nur die eine Seite der Medaille: Auf der anderen steht die kaufmännische Organisation mit Verwaltung, Buchhaltung und Controlling, die in Unternehmen dieser Größenordnung – die RBT Rehm BlechTec GmbH ist Teil der international agierenden Rehm Group, die thermische Systemlösungen für die Elektronik- und Solarindustrie weltweit anbietet – üblicherweise auf SAP ECC 6.0. „Allerdings ist act/cut der SAP-Lösung in mehreren Bereichen überlegen, u.a. der Berechnung für den benötigten Blechverbrauch bei möglichst geringem Verschnitt. Daher benötigten wir eine Schnittstelle zwischen den beiden Software-Welten, um alle relevanten Daten nicht mehr per Hand, sondern medienbruchfrei elektronisch austauschen zu können“, so Lamparter.

Mehrere Anforderungen mit einem Konzept

Die Anforderungen lautet wie folgt: Zum einen sollte der im SAP verwaltete Lagerbestand an act/cut automatisch übermittelt werden, zum anderen sollte act/cut seine exakte errechnete Mengenangabe für ein Fertigungsstück an SAP melden, damit diese dort gebucht werden kann.

Die damit verbundenen Ziele sind einfach nachvollziehbar: Weniger Aufwand an Zeit und Arbeitskraft sowie eine geringere Fehlerquote, die durch die bisher manuelle Datenübertragung trotz größter Sorgfalt unvermeidlich war. Aus Finance- und Controlling-Sicht wünschte man sich eine höhere Transparenz in Echtzeit bezüglich des Lagerstandes und Mengenbedarfs in der Blechfertigung.

„Anfang 2012 haben wir uns am Markt informiert und sind durch das Referenzprojekt bei dem Zentrifugenhersteller Andreas Hettich GmbH & Co.KG, der eine ähnliche Aufgabenstellung hatte, auf die ASS.TEC GmbH aufmerksam geworden. Speziell der act/cut-Anbieter Alma hat uns das Schwarzwälder IT-Systemhaus ebenfalls empfohlen, das praktischerweise auch SAP-Partner ist“, erzählt Lamparter, der bei RBT Rehm BlechTec GmbH das Projekt leitete.  

Projektteam aus drei Firmen

Nachdem ASS.TEC aufgrund seines Angebotes den Zuschlag erhalten hatte, fand Anfang 2012 das Kickoff für das Projekt statt, in dem weitere Einzelheiten geklärt wurden, die über den Angebotsstatus hinausgingen. Auf Basis dieser Informationen konnte ASS.TEC gemeinsam mit der Firma Alma, die als CAM-Hersteller von act/cut ebenfalls mit im Boot war, ein detailliertes Konzept mit den notwendigen Feinheiten erstellen. „Anschließend ging es an die Programmierung der Schnittstelle. Insgesamt waren von ASS.TEC zwei IT-Spezialisten und beim Kunden RBT Rehm BlechTec GmbH der Projektleiter und zwei Key User an dem Projekt beteiligt. Die Firma Alma sollte auf Seiten act/cut die Schnittstelle einrichten.

Neue Hardware musste nicht beschafft werden. Besonders angenehm für alle beteiligten Projektpartner war, dass die komplette Realisierung in Villingen-Schwenningen per Remote Access auf dem SAP-Entwicklungssystem des Kunden durchgeführt werden konnte.

1. Schritt: Lagerverwaltung

Der erste Projektschritt – die Kommunikation zwischen der SAP Lagerverwaltung und der Lagerverwaltung in act/cut andererseits   war den Programmieraufwand betreffend die kleinere Aufgabe: „Damit waren wir in vier Tagen fertig und konnten die Schnittstelle in Betrieb nehmen. Jetzt befinden sich in beiden Systemen in Echtzeit die richtigen Bestände. SAP kann wie gewohnt damit planen und act/cut hat den Bestand, um die Verschnittoptimierung auch voll nutzen zu können“, bemerkt Judith Rauer, die das Projekt bei ASS.TEC leitete.

2. Schritt: Fertigungsaufträge

Etwas aufwändiger waren Konzept, Planung und Programmierung des zweiten Teils der Schnittstelle für die Übertragung der Fertigungsauftragsdaten zwischen SAP und act/cut.

Die Herausforderung war der komplexe Fertigungsprozess: Aus den vielen Arbeitsschritten für die Zuschnitte von rund 50 Blechen pro Tag waren diejenigen Daten herauszufiltern und in der korrekten Vorgangsreihenfolge abzubilden, die sowohl act/cut als auch SAP gleichermaßen benötigten, um den exakten Blechzuschnitt zu berechnen und schließlich zu verbuchen. Es ging also nicht nur um einen Weg, sondern vor allem um den Datenfluss von SAP nach act/cut und zurück zu SAP. Damit SAP die Daten bei der Rückgabe erkennt, mussten die betroffenen act/cut-Datensätze mit zusätzlichen SAP-Kennungen angereichert werden. Dabei geht es nicht nur um die tatsächlich verbrauchten Blechmengenangaben, act/cut meldet auch an SAP zurück, sobald ein Fertigungsschritt abgeschlossen ist.

Nachdem der erste Teil dieses etwa 200 Arbeitsstunden umfassenden Paketes abgeschlossen, etwa drei Wochen getestet und Ende Mai 2012 produktiv gesetzt worden war, führten die SAP-Spezialisten von ASS.ETC noch einige Optimierungen bis in den Herbst durch: „Das betraf zum Beispiel die Maschinenzeitübermittlung, die anfangs nicht als notwendig erachtet wurde, aber als zukünftiges Ziel festgesetzt worden war“, erklärt Judith Rauer.

Wie üblich erstellte ASS.TEC während des Projektes eine ausführliche Dokumentation über alle Arbeitsschritte und die gesamte neue Lösung. Diese diente dann auch als Grundlage zur Rehm-internen Schulung aller Key User und weiterer Mitarbeiter, die SAP- und Fertigungs-seitig betroffen waren.

Vorteile: Exkate Mengenangaben, Echtzeit-Transparenz, weniger Aufwand und Fehler  

Seit die Schnittstelle in Betrieb ist und reibungslos alle betroffenen Datensätze zwischen den beiden Systemen austauscht, haben nicht nur die Rehm-Mitarbeiter im Lager und in der Fertigung keine Listen mehr mit im Zweifel fehlerhaften Informationen zu bearbeiten. Die Buchung des exakten Rohmaterialverbrauchs erfolgt sofort, so dass in SAP die korrekten und aktuellen Bestände jederzeit in Echtzeit transparent sind.

Dadurch sind auch die Arbeitsabläufe schneller, die Maschinenauslastung wird höher und die Abrechnung und der Cash-Flow werden ebenfalls beschleunigt.

„Insgesamt ist das Projekt sehr glatt verlaufen, die Kommunikation und Kooperation verlief hervorragend. Die Programmierarbeiten wurden alle remote von ASS.TEC in Villingen-Schwenningen ausgeführt und ich konnte die einzelnen Schritte auf dem Testsystem bei uns im Betrieb testen. Eine kurze Rückmeldung genügte und etwaige Veränderungen oder Kundenwünsche wurden umgehend ausgeführt“, erklärt Lamparter.

Der Kunde

Die RBT Rehm BlechTec GmbH gehört zur Rehm Thermal Systems GmbH und hat sich auf die Bearbeitung von Edelstahl-, Aluminium- und Stahlblechen spezialisiert. Dabei übernimmt das Unternehmen für seine Kunden Projekte von der Entwicklung mit Prototypen-Erstellung über die serienreife Konstruktion bis hin zur Baugruppenfertigung und Montage.

Die Rehm Group, 1990 gegründet, bietet sowohl die Herstellung von thermischen Systemlösungen für die Elektronik- und Solarindustrie als auch die Verarbeitung von Blechen sowie Personaldienstleistungen mit an. Mit einem hohen Eigenfertigungsanteil bietet die Rehm Group ihren Kunden in Deutschland und Europa, USA und China vor allem passende Lösung für individuelle Anforderungen.

Über ASS.TEC

Die ASS.TEC Beratungsgesellschaft für Anwendungen, Systeme, Strategien und Technologien mbH wurde 1993 mit dem Schwerpunkt Komplettlösungen für SAP-Anwender gegründet. ASS.TEC ist außerdem seit 1993 einer von nur zwei deutschen ARIS Value Added Resellern und neben dem ARIS-Hersteller Software AG der einzige, der individuelle Reportskripte entwickeln und erstellen kann.

Zur Firmenphilosophie gehört die ganzheitliche Unterstützung von der Konzeption bis zur Produktivsetzung und Betreuung der Informationsverarbeitung für Kunden aller Unternehmensgrößen in Deutschland und im benachbarten Ausland.

Seit 1. Oktober 2012 ist die NEXUS AG, Spezialist für Softwarelösungen mit internationaler Ausrichtung und ebenfalls mit Hauptsitz in Villingen-Schwenningen, neuer Gesellschafter der ASS.TEC GmbH.


zurück zur Übersicht